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Etappe 64

Santiago de Compostela 0 km

Trennung

Nachdem wir 8 Wochen sehr viel Ruhe und Natur genossen haben, ist es gar nicht so einfach, in solch einer lauten, quirligen Stadt ein Auge zu zu bekommen. Da wir mitten im Zentrum sind und die Studenten donnerstags immer richtig abfeiern, sind wir trotz Ohrstöpsel live dabei. Etwas unausgeruht wachen wir also auf und machen uns gleich daran, uns um die Rückreise zu kümmern. Wir gehen nochmal alle Optionen durch und checken dazu parallel die Preise und Daten im Internet. Diese gesamte Organisation und die Buchungen nehmen den halben Tag in Anspruch. Letztendlich entscheiden wir uns, unsere Fahrräder separat nach Hause zu schicken, für morgen einen Flug nach Frankfurt zu buchen und am Sonntag mit der Bahn nach Hause zu fahren. Das ist die einfachste und relativ kostengünstigste Lösung und vor allem auch die stressfreiste.

Als wir unsere Räder abgegeben, fühlt es sich sehr wehmütig an und wir können uns nur schwer von ihnen trennen. Die treuen Begleiter nicht mehr dabei zu haben, ist irgendwie komisch und wir kommen uns etwas nackt vor.

An dieser Stelle sei auch nochmal ein großes Dankeschön an Manni Rosinger ausgesprochen, der unsere Fahrräder vorab auf Vordermann gebracht hat! Wir sind fast 4000 km geradelt und hatten nur eine einzige Verschleißpanne. Unglaublich!

Am späten Nachmittag haben wir endlich Zeit uns zu entspannen und gehen zum Platz vor der Kathedrale. Wir bitten einen Pilger, ob er ein Bild von uns machen kann und alle 3 stellen wir fest, dass wir uns vor 3 Tagen in Arzúa begegnet waren. Obwohl man sich im Grunde nicht kennt, verbindet diese Gemeinsamkeit, sich einen Weg geteilt zu haben, und man freut sich, ein ,,bekanntes” Gesicht zu sehen. Wir tauschen uns noch eine Weile aus und stellen fest, dass Henry auch für ein Hospiz in seiner Nähe spenden möchte.

Während wir noch auf dem Platz vor der Kathedrale sitzen und die Stimmung auf uns wirken lassen, überkommt uns eine Mischung aus Traurigkeit, weil es morgen nach Hause geht und diese unglaubliche Reise nun zu Ende ist. Gleichzeitig taucht ein Gefühl von Freude, Kraft, Euphorie und Lebenslust auf. Uns wird jetzt erst langsam klar, was da eigentlich alles passiert ist, was wir erleben durften und geschafft haben.

Zum schönen Abschluss bekommen wir endlich noch tolle Musik, als wir durch die Stadt schlendern. Die Stimmung ist elektrisietend und mitreißend.

Erkenntnis des Tages: Irgendwie fügt sich doch immer alles zum Besten.

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